Jahresbericht 2011

Stiftungsrat

Der Stiftungsrat erledigte an zwei Sitzungen die statutarischen Geschäfte.

Im vergangenen Jahr wurden CHF 126'252.70 für Beitragsgesuche bewilligt. Davon entfielen CHF 49'238.55 (39%) auf Besuchsspesen (Reisespesen, Übernachtungs- und Verpflegungskosten der Eltern usw.), CHF 36'613.30 (29%) auf Kosten für Haushalthilfen, CHF 3'787.60 (3%) auf Zahnbehand-lungen, CHF 5'050.00 (4%) auf Krankenkassenprämien und Selbstbehalte, CHF 31'563.25 (25%) auf Verschiedenes wie Hilfsmittel, Ferien, Erholung, Lager etc. Für das Kinder-Ferienlager der Diabetes-Stiftung wurde separat wiederum ein Betrag von CHF 3'000.00 geleistet und zulasten eines neu geschaf-fenen Härtefonds wurden drei Gesuche im Gesamtbetrage von CHF 6'493.25 bewilligt.

Einmal mehr konnten den Sozialarbeitern und Sozialarbeiterinnen CHF 79'999.80 (monatlich ca. CHF 800.00 bis CHF 1'000.00 pro Sozialarbeiter/in) für rasche und unkomplizierte Hilfe und Unterstützung im Einzelfall (kleinere Reisespesen, kleinere Anschaffungen usw.) zur Verfügung gestellt werden. An die Besoldungen der Sozialberatung Kinderkliniken wurden wiederum CHF 130'000.00 ausgerichtet. Im Rahmen des Stiftungszweckes sind somit im Jahre 2011 total CHF 339'252.00 aus dem Stiftungsvermögen eingesetzt worden.

Im Jahre 2011 durfte die Jenner-Stiftung Bern eine namhafte Erbschaft sowie Spenden von Privatperso-nen und Kirchgemeinden von total CHF 788.85 entgegennehmen, welche gemäss Weisungen der Erb-lasserin resp. der Spender und Spenderinnen ausschliesslich dem Stiftungszweck der Jenner-Stiftung Bern entsprechend zu verwenden sind.

Die im Sommer 2009 im Rahmen der Jubiläumsaktivitäten erschienene Jubiläumsschrift "150 Jahre Jen-ner-Stiftung Bern", in welcher über das Werk der Stifterin und der von ihr gegründeten Stiftung in Wort und Bild umfassend berichtet wird, ist auch im Jahre 2011 im Inland als auch im Ausland, speziell in Deutschland, auf grosses Interesse gestossen und konnte erfreulicherweise weiteren Privatpersonen, ähnlichen Stiftungen und Bibliotheken ausgehändigt werden.

Der Stiftungsrat ist im Jahre 2011 in seiner Besetzung unverändert geblieben und setzt sich zurzeit wie folgt zusammen:

Herr Simon Gassmann (Präsident)
Frau Dr. med. Annette Ridolfi Luethy (Vizepräsidentin)
Herr Dieter Jordi (Sekretär)
Frau Ester Meier
Frau Susanne Gerber-Wäfler
Frau Susanne Landolf Wild
Herr Sven Stucki

Sozialberatung Kinderklinik

Das Team "Sozialberatung" bestand im Berichtsjahr aus sechs Sozialarbeiterinnen und einem Sozialarbeiter. Einige Monate arbeitete eine Praktikantin für Frau Gerlinde Schade und Herrn Carlo Coco. Bei der praktischen Abwicklung vieler Arbeiten wurden die Sozialarbeiterinnen von beiden langjährigen Sekretärinnen unterstützt (Gesuchstellung, Zahlungen, PC-Support, Telefondienst, allgemeine Korrespondenz, Ablagen, Verwaltung von Dokumenten etc.).

Auf Ende Jahr haben Frau Simone Zehnder und Herr Carlo Coco, welcher nach sieben Jahren ein neues Berufsfeld in der Schulsozialarbeit gefunden hat, die Sozialberatung verlassen.

Die Kernaufgaben der Sozialberatung sind nach wie vor:

- Begleitung des Kindes und seiner Eltern beim Spitaleintritt
- Psychosoziale Beratung und Begleitung von Patienten und ihrer Familie (bei Diagnose einer schwer-wiegenden Erkrankung, Begleitung von Patienten mit chronischer Erkrankung, Suchtthematik bei Eltern, schwierige Familiensituation aufgrund von kulturellem Hintergrund etc.)
- Beratung in Sozialversicherungsfragen / Versicherungsansprüche geltend machen (Krankenkassen, Unfall-, Invaliden-, Mutterschafts-, Arbeitslosenversicherung)
- Rechtliche Abklärung oder Vermittlung von juristischem Beistand (Procap / Integration Handicap / Beobachter etc.)
- Finanzielle Beratung und Unterstützung
- Abklärung, Planung und Organisation von Platzierung in Heimen
- Vermittlung von Betreuungs- oder Entlastungspersonal während oder nach einem Spitalaufenthalt im familiären Umfeld / Zuhause
- Bearbeitung von Gefährdungssituationen
- Triage zu externen Institutionen / Selbsthilfeorganisationen
- Erarbeiten von Zukunftsperspektiven (Schule, Sonderschule, Ausbildungsstäten, IV-Anmeldung für Massnahmen für die berufliche Eingliederung, Beratung für eine adäquate Berufswahl)
- Nachbetreuung nach Spitalaustritt

Bei Patienten, für die von der Krankenkasse eine Leistungssperre verfügt worden war, müsste das Inselspital Behandlungen und Pflege nur in Notfallsituationen durchführen. Im Jahr 2011 konnten diese Patienten für eine weitergehende Abklärung der Sozialberatung gemeldet werden. Da diese Patientenkinder oft unter grossem Behandlungs- resp. Medikationsdruck stehen, muss die Abklärung rasch erfolgen und eine Lösung für die Finanzierung gefunden werden. Die Zahl dieser Patienten steigt an.

Die Entlastung von Eltern schwer kranker oder behinderter Kinder mit grossem Pflegeaufwand war auch im vergangenen Jahr ein wichtiger Schwerpunkt der Arbeit der Sozialberatung. Erschwert wurde sie dadurch, dass die Vergütung von Kinderspitexleistungen durch IV und Krankenkasse neu geregelt wurde. Auch ausreichende stationäre Entlastungsplätze fehlen im Kanton Bern. Die Jenner-Stiftung Bern hat sich deshalb in grosszügiger Weise bereit erklärt, im nächsten Jahr im Rahmen eines Pilotprojektes Entlastungsplätze in einer privaten Institution mitzufinanzieren.

Im Jahr 2011 wurde im Bereich "Kardiologie" das "Kompetenzzentrum für angeborene Herzfehler" initiiert. Die Bereiche Kinderkardiologie, Erwachsene mit angeborenen Herzfehlern und Kinderherzchirurgie werden zusammengeschlossen. Das Inselspital hofft, durch das Zusammenführen dieser Bereiche und Nutzung von Synergien im neu geschaffenen Kompetenzzentrum mehr Patienten behandeln zu können und strebt an, es zu einem der national führenden Zentren werden zu lassen.

Die steigenden Patientenzahlen (20 % Steigerung der Operationen, 8 % mehr ambulante Patienten) er-fordern eine straffere Fallführung in der Sozialarbeit.

Einmal mehr bedanken sich die Sozialarbeiter/-innen im Namen der zum Teil schwer geprüften Familien und deren Kinder ganz herzlich für die regelmässigen, grosszügigen Zuwendungen, welche durch die Jenner-Stiftung Bern zu folgenden Aufwendungen ausbezahlt worden sind:

- Besuchsspesen
- Haus- und Entlastungshilfen
- Hilfsmittel
- Zahnbehandlungen
- Diverse Überbrückungshilfen